„Das hab ich schon mal gehört. Macht man das nicht mit Familien?!“ Das ist ein Satz, den ich immer wieder höre, wenn ich erzähle, dass ich mit Aufstellungen arbeite. Und ja, das stimmt, Familienaufstellungen sind seit gut 40 Jahren bekannt. Doch auch in Organisationen kann man ganz hervorragend mit Aufstellungen arbeiten. In meinem Gastartikel „Systemische Aufstellungen für Selbstständige“, den ich für die Business Moms geschrieben habe, gibt es eine konkrete Antwort auf die Frage „Was sind (Organisations-)Aufstellungen?“. Daher lasse ich den Punkt hier mal außen vor.
Was bringt Organisationsaufstellung?
Manchmal steckt das Wissen über eine Situation längst im System – nur nicht dort, wo wir gewöhnlich suchen. Organisationsaufstellung macht es sichtbar. Die Effekte von Aufstellungen habe ich immer wieder in Blogartikeln aufgegriffen. Daher hier eine kurze Sammlung:
- Verborgene Dynamiken im Team oder der Organisation sichtbar machen – ohne lange Analyse
- Klarheit über Rollen, Beziehungen und Spannungsfelder, die sich rational kaum greifen lassen
- Neue Handlungsoptionen, wo man feststeckt oder im Kreis denkt
- Ein konkretes Bild der Situation – als Grundlage für nächste Schritte
- Zugang zu Wissen, das im System steckt, aber nicht ausgesprochen wird
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, schau am besten in meine Blogkategorie „Aufstellungsarbeit“. Da finden sich bereits einige Artikel zu dem Thema.
Für wen Ist (Organisations-) Aufstellungsarbeit ideal?
Hier eine Übersicht, für wen in Organisationen Aufstellungen ideal sind.
- Leitungsteams: Wie stellen wir das Unternehmen strategisch auf?
- Personalabteilung / -Entwicklung: Welcher Bewerber*in passt am besten auf die Stelle? Welche Weiterbildungsmaßnahme entfaltet welche Wirkung? Welche Faktoren beeinflussen Fluktuation?
- Marketing / Vertrieb: Welches Produkt spricht welche Zielgruppe an? Welche Vertriebskanäle passen zum Produkt?
- Teams: Wie werden wir von anderen Bereichen wahrgenommen? Wie wollen wir uns intern positionieren?
- Change-Team: Woher kommen Widerstände?
Diese Aufzählung ist explizit nicht vollständig.
Was ist Organisationsaufstellung nicht?
1. Organisationsaufstellung ist keine Handlungsanweisung
Eine Aufstellung zeigt, was ist – nicht, was du tun sollst. Sie bringt Dynamiken ans Licht, die im Verborgenen wirken, und schafft Klarheit, wo vorher Unschärfe war. Was du daraus machst, liegt bei dir. Die Aufstellung gibt keine Empfehlungen, keine To-do-Liste, keinen Masterplan. Sie ist ein Erkenntnisraum – kein Aktionsplan.
2. Organisationsaufstellung ist nicht „die Wahrheit“
Was in einer Aufstellung sichtbar wird, ist ein Bild – kein Beweis. Es zeigt, wie das System sich im Moment anfühlt: wie Rollen wahrgenommen werden, wo es zieht, wo es klemmt. Das kann verblüffend präzise sein. Aber es ist kein objektiver Befund. Behandle es als wertvolles Signal, nicht als Urteil.
3. Organisationsaufstellung entlässt dich nicht aus deiner (Führungs-) Verantwortung
Manchmal wünscht man sich, die Aufstellung hätte einfach die Antwort. Hat sie nicht. Sie kann zeigen, wo ein System klemmt oder welche Dynamiken Energie binden – die Konsequenzen zu ziehen bleibt deine Aufgabe. Aufstellungsarbeit ist kein Ersatz für Entscheidungen.
Fazit: Organisationsaufstellung ist ideal, wenn
…du verstehen willst, was in deiner Organisation wirklich los ist – jenseits von Zahlen und Berichten.
…du feststeckst und neue Perspektiven brauchst, ohne monatelange Analyse.
…rationale Methoden an ihre Grenzen stoßen.
…du das Wissen heben willst, das im System steckt, aber nicht ausgesprochen wird.
…du eine Grundlage für deine nächste Entscheidung suchst, die mehr trägt als ein Stück Papier.
Wenn du neugierig bist, ob das zu deinem Anliegen passt – lass uns sprechen!


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