Was ist ein komplexes System?

24. März. 2022 | Coaching

Komplexe Systeme. Das liest sich erst mal sperrig. Und vielleicht fragst du dich, was das auf meinem Blog zu suchen hat? Das will ich dir gern verraten: Gerade im zwischenmenschlichen Miteinander stoßen wir immer wieder an Grenzen, auf Missverständnisse, immer wieder auch Konflikte. Das liegt daran, dass wir Menschen komplexe Systeme sind. Gerade, beim Thema Kommunikation, greife ich dieses Thema immer wieder auf, um meinen Kund*innen die Zusammenhänge zu verdeutlichen.

 

Was macht ein kompliziertes System aus?

Lass uns erst mal einen Blick auf komplizierte Systeme werfen. Prinzipiell ist es möglich, eine Gebrauchsanleitung für komplizierte Systeme zu erstellen. Das funktioniert für einen Wasserkocher in gleichem Maße, wie für einen Computer. Der Umfang ist unterschiedlich, aber es ist möglich, alle Vorgänge zu beschreiben. Im Sinne von: Wenn x, dann y. Das bedeutet, dass ich immer ein reproduzierbares Ergebnis habe. Wenn ich einen bestimmten Input in das System hineingebe, wird dieser von der Blackbox verarbeitet, welche dann ein bestimmtes Ergebnis auswirft. Am Beispiel der Kaffeemaschine wird das sehr gut deutlich. Als Input brauche ich Strom, Wasser und Kaffeepulver. Wenn ich die Komponenten immer im gleichen Verhältnis hineingebe, erhalte ich immer das gleiche Getränk als Ergebnis.

Kompliziertes System: Bestimmter Input führt zu vorhersehbarem Output

So funktionieren komplizierte Systeme

 

Ja, ich weiß, dass auch Kaffeemaschinen immer mal ein Eigenleben entwickeln. Aber ich glaube, du weißt, worauf ich hinaus will😊.

 

Was macht ein komplexes System aus?

Bei komplexen Systemen hat die Blackbox in den meisten Fällen Ohren. Der Unterschied zu komplizieren Systemen liegt darin, dass wir hier kein vorhersehbares Ergebnis erwarten können. Wir alle kennen das. Sowohl aus dem Erleben der Reaktion von anderen, wie auch aus dem eigenen Erleben. Je nach Tagesform kann unsere Reaktion auf den Input, den wir liefern oder bekommen, sehr unterschiedlich ausfallen.

Komplexes System: Input und nicht vorhersehbarer Output

So funktionieren komplexe Systeme

 

Als Input können wir in diesem Fall Geräusche (z.B. Worte, Lachen, Weinen), Gestik und Mimik zählen. Unser Gegenüber, also die Blackbox mit den Ohren, verarbeitet diesen Input. Je nach Tagesform, Stimmung, Stresspegel kann der Output, den wir erhalten sehr unterschiedlich sein. Auch Erfahrungen, Werte und Lebensmotive beeinflussen den Output, den das komplexe System Mensch hervorbringt.

 

Was bedeutet das für die Kommunikation zwischen komplexen Systemen?

Kommunikation ist nicht einfach. Kommunikation ist immer wieder neu und wir können nicht vorhersehen, wie das, was wir sagen, bei unserem Gegenüber ankommt. Was an einem Tag für Zustimmung sorgt, kann an einem anderen Tag der Auslöser für einen Konflikt sein. Wenn wir uns bewusst machen, wie herausfordernd Kommunikation eigentlich ist, können wir uns vermutlich erst mal ausgiebig selbst auf die Schulter klopfen. Denn es wird deutlich, an wie vielen Stellen wir trotz der Komplexität einen guten Draht zu anderen Menschen haben. Klar, es hakt auch immer wieder. Und wir können uns noch so viel Mühe geben, für die 50 % der Kommunikation, für die wir verantwortlich sind. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Und genau so ist es. Wir sind für unsere 50 % verantwortlich. Nicht für mehr und nicht für weniger.

Häufig ernte ich bei meinen Teilnehmer*innen ein Aha bei diesem Thema. Wie ist das bei dir? Wie geht es dir mit dieser Erkenntnis?

Deine Sabrina

 

Eine Person mit kurzen braunen Haaren und Brille lächelt in die Kamera. Sie trägt einen grünen Blazer und ein weißes Hemd vor einem unscharfen Innenhintergrund.

Sabrina Egly

ist seit 2013 selbstständig als Coach und Trainerin tätig. Über die Jahre kamen die Felder Teamentwicklung und systemische Organisationsaufstellung hinzu. In ihrer Arbeit verbindet sie wissenschaftlich fundierte Persönlichkeitsanalysen mit systemischen Methoden und Nervensystemarbeit. Mit Themen, bei denen es um Entwicklung und das Miteinander geht – sei es auf persönlicher oder organisationaler Ebene – fühlt sie sich heute zu Hause.

In ihrer ersten Karriere war sie Leistungsschwimmerin. Die Haltung des „höher, schneller, weiter“ hat nach ihrem BWL-Studium auch ihre ersten beruflichen Jahre in Mittelstand und Konzern geprägt. Über die Zeit hat sie erkannt, dass es einen Gegenpol gibt, den sie mit Yoga, Nervensystemarbeit und Achtsamkeit in ihr Leben geholt hat. Inzwischen kann sie beide Welten verbinden und weiß, wann welche Anteile heraustreten dürfen. In der Arbeit mit ihren Kunden bringt sie dieses Wissen angemessen ein.

Sabrina Egly lebt seit 2008 in Hamburg und hat eine Tochter.

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